Menschen erreichen

Christen behalten das Evangelium nicht für sich, sondern teilen es mit anderen Menschen. Es geht also um die "Kommunikation des Evangeliums". Die Gründer des Johanneums nannten das "Evangelisation" - ein Begriff, der im Namen unserer Ausbildungsstätte steckt und den wir nicht preisgeben, sondern immer wieder neu buchstabieren wollen.

Wir wollen die Studierenden dazu befähigen, die biblische Botschaft so weiterzugeben, dass Menschen zum Glauben an Jesus Christus eingeladen, zur Mitarbeit in der Gemeinde angeleitet und befähigt und zum Dienst in der Welt ermutigt werden.  

 

Gesamtausbildung


Ehemalige berichten

Es waren nicht die griechischen Vokabeln, die ich im Nordpark mit meinen Kärtchen gebüffelt habe. Es waren auch nicht die Erkenntnisse im AT-Unterricht oder in der NT-Zeitgeschichte, die meine Zeit im Johanneum
(1982-1985) geprägt haben. Es war auch nicht die krakelige Handschrift unseres Deutschlehrers, die mich fasziniert hätte. Es war eher die Leidenschaft unserer Lehrer für das was sie uns zu sagen hatten. Als ich Dr. Klemm einmal mit seinem alten Manta nach Trier fahren durfte, wurde mir klar: die Liebe zur deutschen Sprache ist seine Leidenschaft. Das hat mich nachhaltig geprägt! Die Leidenschaft für Homiletik hat mich begeistert (und manchmal auch genervt ;-) Die Gründlichkeit in der Exegese (auch manchmal Anlass zur Faulheit) schien mir trotz aller Mühen wertvoll!

Vieles, was sich aus dem Unterricht und dem gemeinsamen Leben ergeben hat, konnte ich schon drei Jahre nach meiner Einsegnung nicht mehr detailliert wiedergeben. Aber es waren eben auch nicht die einzelnen "Bauteile", sondern die Kompetenzen, die die Johanneums-Dozenten mir mitgegeben haben. Theologische Sprachfähigkeit war Grund für eine hohe Akzeptanz bei meiner Arbeit im Kirchenkreis (auch wenn das nicht wirklich meine allergrößte Leidenschaft war). Soziale Kompetenz hat zu einer engagierten und aufmerksamen Begegnung mit vielen Jugendlichen, Ehrenamtlichen und deren Eltern geführt. Vielleicht war deshalb unsere Arbeit auch so wertgeschätzt?

Bei mir hängengeblieben sind der morgendliche Wutausbruch eines unserer Direktoren (da haben wir allerdings sehr schnell gemerkt, worum es eigentlich geht!), der Vorwurf eines Dozenten, wir seien ja alle noch in der "geistlichen Pubertät" (das habe ich erst sehr viel später als richtig erkannt) und die intensiven Krisen und Freundschaften im Kurs.
Da halten einige Freundschaften bis heute.

Die drei Jahre haben mich nachhaltig verändert, ohne dass ich es an ganz bestimmten Erlebnissen oder Erkenntnissen festmachen kann. Dass sie für mich die wertvollsten Jahre in meinem Leben waren, das gilt bis heute - und wohl auch bis zum jüngsten Tag. Danke, liebes Johanneum!

Volker Mattenklott, Dozent für sozialpädagogische Fächer und Praxisbegleitung an der Malche, Porta Westfalica - Einsegnung 1985